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Engineering Performance: High-Performance Snowboard Bindings “Made in Germany”
16. Mär 20264 Min. Lesezeit

Engineering Performance: High-Performance Snowboardbindungen „Made in Germany“

Wie Materialinnovation unsere Bindungen definiert

Eine Snowboardbindung ist ein hochbelastetes System aus Bauteilen. Bei einem Turn wirken innerhalb von Sekundenbruchteilen hohe Kräfte auf das System aus Rider, Bindung und Board. Beim Absprung, bei der Landung oder in hartem, unruhigem Schnee müssen diese Kräfte präzise übertragen, kontrolliert aufgenommen und wieder abgegeben werden. Genau hier entscheidet sich, ob sich eine Bindung präzise, stabil und kontrolliert anfühlt. Die Grundlage dafür entsteht lange bevor eine Bindung das erste Mal auf dem Berg gefahren wird: in der Materialentwicklung.

Performance beginnt auf Werkstoffebene

In der Entwicklung unserer Bindungen stehen zwei zentrale mechanische Eigenschaften im Fokus: Festigkeit und Zähigkeit.
Festigkeit beschreibt die Fähigkeit eines Materials, hohe Kräfte aufzunehmen und zu übertragen. Sie ist entscheidend für eine direkte Kraftübertragung vom Rider auf das Board. Zähigkeit hingegen beschreibt, wie gut ein Material Energie aufnehmen kann, ohne spröde zu versagen. Sie bestimmt maßgeblich den Flex einer Bindung und ihre Fähigkeit, dynamische Belastungen über lange Zeit zu absorbieren.

Johannes Weckerle | Gründer

"Die Herausforderung besteht darin, diese Eigenschaften präzise auszubalancieren."

Deshalb basieren unsere aktuellen Bindungen auf glasfaserverstärkten, impactmodifizierten High-Performance-Kunststoffen. Diese Werkstoffe bieten eine Kombination aus geringem Gewicht, hoher struktureller Stabilität und kontrollierter Flexibilität. Sie ermöglichen es, Kräfte präzise zu übertragen und gleichzeitig Belastungsspitzen abzufangen. Dabei gibt es nicht den einen universellen Werkstoff für die gesamte Bindung. Jedes Bauteil hat eigene Anforderungen: Einige Komponenten müssen maximale Steifigkeit liefern, andere gezielt Flex ermöglichen oder Vibrationen dämpfen. Deshalb wird bei uns jeder Kunststoff gezielt für seine spezifische Funktion im System ausgewählt. 

Werkstofftechnik trifft Präzisionsfertigung

Materialeigenschaften allein definieren noch keine Performance. Entscheidend ist auch, wie diese Materialien verarbeitet werden. Unsere Kunststoffkomponenten entstehen im Spritzgussverfahren, das eine reproduzierbare Bauteilgeometrie und konstante mechanische Eigenschaften ermöglicht. Dadurch können wir Wandstärken, Verstärkungsstrukturen und Flexzonen exakt definieren. Für hochbelastete Metallkomponenten nutzen wir gesinterte Stähle. Beim Sintern werden Metallpulver unter Druck und Temperatur zu präzisen Bauteilen verdichtet. Das Verfahren ermöglicht eine sehr kontrollierte Materialstruktur und besonders glatte Oberflächen. Ein Beispiel dafür sind die Rastzähne der Bindung. Sie bestehen aus hochfestem, gesintertem und verzinktem Stahl. Die resultierende Oberflächenqualität sorgt für einen sehr präzisen und gleichzeitig geschmeidigen Einrastmechanismus. Auch bei scheinbar kleinen Komponenten wie Schrauben setzen wir gezielt auf Performance. Gewalzte Gewinde erhöhen die Festigkeit der Verbindung deutlich gegenüber geschnittenen Gewinden und verbessern die Dauerhaltbarkeit unter wiederholter Belastung.

Warum Materialdaten allein nicht ausreichen

In der Werkstofftechnik liefern Datenblätter wichtige Kennwerte: Zugfestigkeit, Elastizitätsmodul oder Schlagzähigkeit. Doch reale Belastungen auf der Piste sind komplexer als jede Laborbedingung. Während unserer Entwicklung haben wir Materialien getestet, deren Kennwerte auf dem Papier deutlich überlegen waren. Dennoch haben sie unter realistischen Belastungen auf dem Prüfstand früher versagt als andere Werkstoffe. Der Grund liegt oft im Zusammenspiel verschiedener Faktoren: Temperaturverhalten, dynamische Belastungen, Bauteilgeometrie oder Materialermüdung.

Deshalb kombinieren wir Materialanalyse mit umfangreichen Tests. Unsere Bindungen werden auf verschiedenen Prüfständen zyklischen Belastungen ausgesetzt. Um reale Winterbedingungen zu simulieren, werden sie vor allen Tests 24 Stunden bei −30 °C konditioniert. Erst danach beginnt die eigentliche Belastungsprüfung. Diese Kombination aus Simulation, Laborversuch und Praxistest ist entscheidend, um das reale Verhalten eines Materials im System zu verstehen.

Entwicklung zwischen Engineering und Fahrerfeedback

Technische Kennwerte sind eine wichtige Grundlage – aber sie definieren nicht allein, wie sich eine Bindung fährt. Deshalb fließt auch das Feedback von Ridern direkt in unsere Entwicklung ein. In Gesprächen mit Testfahrern analysieren wir regelmäßig, welche Eigenschaften eine Bindung in der Praxis liefern muss: Wie direkt soll sie reagieren? Wie viel Flex ist gewünscht? Wie stark soll die Dämpfung bei Landungen sein? Diese Rückmeldungen helfen uns, die Balance zwischen struktureller Steifigkeit, Flex und Dämpfung präzise einzustellen. Das Ergebnis ist ein Materialmix, der nicht nur technisch funktioniert, sondern sich auch auf der Piste richtig anfühlt.

Made in Germany als Entwicklungsfaktor

Viele der eingesetzten Technologien – Spritzguss, Sintern oder Gewindewalzen – sind weltweit verfügbar. Der Vorteil der Produktion in Deutschland liegt jedoch vor allem in der Fertigungsqualität, den strengen Standards und der engen Zusammenarbeit mit unseren Produktionspartnern. Die räumliche Nähe zwischen Entwicklung und Fertigung ermöglicht kurze Feedbackzyklen. Anpassungen im Design können schnell umgesetzt, getestet und optimiert werden. Für ein Produkt, das unter extremen Belastungen zuverlässig funktionieren muss, ist diese enge Verzahnung von Engineering und Produktion ein entscheidender Faktor.

Nachhaltigkeit durch Langlebigkeit

Viele der verwendeten Kunststoffe sind grundsätzlich recycelbar. Allerdings verlieren Werkstoffe beim Wiedereinschmelzen einen Teil ihrer strukturellen Festigkeit. Für hochbelastete Bauteile wie Snowboardbindungen ist das ein entscheidender Faktor. Deshalb liegt unser Fokus auf langlebigen Materialien und einer robusten Konstruktion. Ein Produkt, das über viele Jahre zuverlässig funktioniert, reduziert Ressourcenverbrauch effektiver als ein Produkt mit kurzer Lebensdauer. Zusätzlich stellt die Produktion in Europa sicher, dass alle Fertigungsschritte unter strengen Umwelt- und Qualitätsstandards erfolgen.

Innovation beginnt im Detail

Materialinnovation passiert selten spektakulär. Sie entsteht in vielen kleinen Entscheidungen: in der Auswahl eines Werkstoffs, in der Anpassung einer Bauteilgeometrie, in einem weiteren Testlauf. Genau dort entsteht Performance. Wenn eine Bindung auf der Piste präzise reagiert, Belastungen kontrolliert aufnimmt und über viele Saisons zuverlässig funktioniert, dann ist das Ergebnis dieser Arbeit – auf Werkstoffebene, im Engineering und in der Fertigung. Oder anders gesagt: Performance beginnt lange bevor der erste Run gefahren wird.